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Die Corona-Krise und die Soziologie

Zur Freiheit inmitten der Beschränkungen

Oskar Negt äußert sich im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau zu einem „leise[n], vielleicht auch fragile[n] Bewusstseinswandel, der sich gerade in der breiten Gesellschaft vollzieht“ und inwiefern dieser dazu dienlich sein könnte, „demokratische Antikörper“ gegen „antidemokratische Tendenzen und Denkweisen“ zu entwickeln.

Außerdem noch ein Verweis zu zwei aktuellen Forschungsberichten: „Supporting livelihoods during the COVID-19 crisis: closing the gaps in safety nets“ der OECD sowie die ersten Ergebnisse der Eurofound-Studie „Living, working and COVID-19“.

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Die Corona-Krise und die Soziologie

„What comes next?“

In der NZZ schreiben Jutta Allmendinger und Jan Wetzel über Fragen des Zusammenhalts und des Vertrauens in der Krise, außerdem findet sich im Correspondent ein Beitrag von Rutger Bergman zum Ende der neoliberalen Ära.

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Die Corona-Krise und die Soziologie

The architechture of density

Ausgehend davon, dass bestimmte Kontrollmaßnahmen den Ausnahmezustand überdauern werden, stellt sich Richard Sennett die Frage, wie das Leben in post-pandemischen Städten aussehen möge – vor allem in Hinblick auf urbane Dichte und Konzentration.

Numbering the Dead

Shannon Pufahl hingegen diskutiert in der New Year Review of Books die Bedeutung, Entwicklung und Implikationen von (Todesfall)Statistiken.

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Die Corona-Krise und die Soziologie

„Revealing the cracks in our care networks“

“The COVID-19 pandemic has ripped back the curtain that covers the true engine of the global economy: the undervalued, feminized care labour that keeps society functioning through its often invisible and almost always underpaid exertions.”

Leslie Kern (2020)

Über unsichtbare weibliche Reproduktionsarbeit im urbanen Raum schreibt Leslie Kern im Blog des Verso Verlags. Auch die Philosophin Cynthia Fleury spricht in einem Interview mit der NZZ von der Tendenz, Verletzlichkeit in der Gesellschaft zu verleugnen sowie der Erkenntnis der sozialen Nützlichkeit von Pflege in weiterem Sinne. Schließlich finden sich im Blog des transcript Verlags Beiträge von Gabriele Winkler zu Care-Ökonomien sowie von Stephan Lessenich zur „neosozialen“ Verflechtung von Eigenverantwortung in Sozialverantwortung, die sich in voller Länge in einer neuen Publikation lesen lassen. Einen Sammelband mit Essays zur Krise hat auch der Literaturverlag n+1 herausgegebenen.

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Calls & Konferenzen Die Corona-Krise und die Soziologie

Global sociology and the coronavirus

„Since the beginning of the pandemic, we have indeed witnessed a strong comeback of the nation-state in all realms. States have closed their borders, and citizens turn to their national government for protection, care and guidelines. International institutions have vanished in the global crisis, including the UN and the European Union, and international solidarity has suffered one of its strongest declines in recent history. Social sciences are no exception in this matter. Methodological nationalism has surged. Most contributions have built on national data and focus on public debates at the national scale.“

Die International Sociological Association sammelt Webinare, Publikationen und Call for Papers, die bewusst eine globale Perspektive einnehmen. Darunter findet sich auch die Plattform openMovements mit internationalen Beiträgen zu Solidarität und sozialen Bewegungen.

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Die Corona-Krise und die Soziologie

Work: Democratize, Decommodify, Remediate

Ein Aufruf ausgehend von Isabelle Ferreras, Dominique Méda und Julie Battilana, unterstützt von Katharina Pistor, Lea Ypi, Ingrid Robeyns, Elizabeth S. Anderson, Albena Azmanova, Adelle Blackett, Sakiko Fukuda-Parr, Eva Illouz, Rahel Jaeggi, Alison Jaggar, Serene J. Khader, Susan Neiman, Serena Olsaretti, Françoise Tulkens, Miriam Ronzoni, Debra Satz, Sarah Song, Elaine Unterhalter, Melanie Walker, Dani Rodrik, Thomas Piketty, Axel Honneth, Olivier De Schutter, Gregor Murray, Alberto Alemanno, Raj Patel, Ha-Joon Chang, and Joshua Cohen uvam. Heute publiziert in 25 Sprachen in 34 Ländern der Welt, unterzeichnet von (derzeit) mehr als 3.500 Wissenschafter*innen.

Working humans are so much more than “resources.” This is one of the central lessons of the current crisis. Caring for the sick; delivering food, medication, and other essentials; clearing away our waste; stocking the shelves and running the registers in our grocery stores – the people who have kept life going through the COVID-19 pandemic are living proof that work cannot be reduced to a mere commodity. Human health and the care of the most vulnerable cannot be governed by market forces alone. […]

Weiterlesen auf: https://democratizingwork.org

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Die Corona-Krise und die Soziologie

Pandemics and the crisis of capitalism II

Klaus Dörre setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, ob und unter welchen Umständen die Corona-Krise eine Chance für eine andere Gesellschaft bieten könnte, eine weitere Analyse aus marxistischer Perspektive von David Harvey findet sich ebenfalls im Jacobin.

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Calls & Konferenzen

Pandemic and the crisis of capitalism

Die Zeitschrift Rethinking Marxism plant ein Dossier zu Covid-19.

The global pandemic is a health crisis, but one that is not just about health. Covid—I9 is exposing the contradictions and boundaries of today’s economic, social, and political conditions. It is exacerbating differences and reshaping values and social relations. It may also be a crisis that potentially opens multiple paths for social change. […]

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Die Corona-Krise und die Soziologie

„All these wars on life begin by taking away breath“

Anhand des Topos des Atmens analysiert Achille Mbembe aus postkolonialer und kapitalismuskritischer Perspektive globale Abhängigkeiten in „The Universal Right to Breathe“.

In Chicago waren 70 der ersten 100 COVID-19 Toten „Black Lives“ – die dahinterliegenden, strukturellen Ungleichheiten zeichnet dieser Artikel anhand individueller Biographien nach.

Ein Rückblick?

Spanischlesende finden in „Sopa de Wuhan“ eine Sammlung philosophischer Texte, die allesamt zu Beginn der Pandemie publiziert worden sind – einige davon in englischer Sprache wurden bereits andernorts im Blog verlinkt.

Schließlich noch ein Verweis auf einen älteren Artikel im European Journal im Sociology: ausgehend von der SARS-Epidemie diskutiert Peter Baehr im Jahr 2005 das Konzept der Schicksalsgemeinschaft.

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Calls & Konferenzen Die Corona-Krise und die Soziologie

On and Beyond the Covid-19 Crisis

Die British Sociological Association veranstaltete ein virtuelles Online-Symposium zum Umgang mit der Corona-Krise, das hier angesehen werden kann.