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Die Corona-Krise und die Soziologie

Erinnern & Vergessen

Dass es sich bei der Corona-Pandemie um ein Ereignis handelt, an das sich in irgendeiner Art und Weise ins kollektive Gedächtnis einschreiben wird, scheint unbestritten – Aleida Assmann spricht in der ZEIT über das Erinnern und Vergessen, Erfahrungen, die dies nachhaltig prägen können sowie mögliche gesellschaftliche Folgen der Krise:

Wir haben jetzt die Zeit, darüber nachzudenken, wie unsere Gesellschaft funktioniert – und was wir ändern müssen. Wir sehen unseren Lebensstil und was alles schiefläuft mit klareren Blicken. Plötzlich kann man nicht länger wegsehen. Ich denke dabei besonders an die Situation von Billiglohnarbeitern, die schlecht untergebracht sind, oder an Migrantinnen und Migranten, die weiterhin in unwürdigen Behausungen zusammengepfercht sind, oder an die Situation an den Außengrenzen der EU wie auf den griechischen Inseln. Dieses Nachdenken darüber, wie solche Missstände in Zukunft geändert werden können, ist eine Chance. Man will nicht so wieder einsteigen wie vorher. […] Wir haben eine kollektive Phase des sehr intensivierten Diskutierens erlebt. Es hat starke Denkanstöße gegeben, und dieser Austausch kann eine Gesellschaft auch verändern.

Assmann (2020)

Zur Lage auf den griechischen Inseln

Nikos Xypolytas bezeichnet im Jacobin Moria als „most effective tool of deterrent migrant policy” und erläutert ausführlich die symbolischen Wirkungen der aktuellen europäischen Migrations-Politik. Eine andere analytische Perspektive, nämlich bezugnehmend auf Achille Mbembes Konzept der Nekropolitik, nimmt Daniel Loik in diesem kurzen Kommentar im Deutschlandfunk ein.

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